CDU-Senioren-Union Schwerte und CDA zur Rente mit 67
Starre berufsbeendende Altersgrenzen müssen fallen.
"Das Rentenalter auf 67 Jahre festzulegen ist eine zukunftsweisende Entscheidung, mit der auf die demografische Veränderung in unserer Gesellschaft reagiert wird", sagt Jürgen Paul Vorsitzender der Senioren-Union und Hans-Georg Rehage von der CDA Schwerte.
Die Rente mit 67 ist ein Kind der "Großen Koalition, initiiert vom damaligen Arbeits- und Sozialminister Franz Müntefering (SPD). Ein Blick auf die Altersgruppen in der Bevölkerung und deren Entwicklung in der Zukunft belegt eindrucksvoll, dass an dem Herausschieben des Renteneintrittalters kein Weg vorbeiführt. Die Erwerbsbevölkerung wird zukünftig abnehmen und stetig älter werden. Bis 2015 wird mehr als jeder dritte Erwerbstätige über 50 Jahre alt sein. Den Unternehmen wird es zunehmend schwerer fallen, qualifizierte junge Mitarbeiter zu gewinnen.
Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass in den nächsten Jahren nicht mehr genügend Arbeitskräfte zur Verfügung stehen werden, wenn nicht die Gruppe der Älteren und älter werdenden Menschen im Arbeitsleben gehalten werden. Das ist eine absolute Notwendigkeit, denn der Glaube, man könne den Arbeitskräftemangel mit ausländischen Arbeitskräften oder Zuwanderern ausgleichen, führt in die Sackgasse. "Warum will man älter gewordene Menschen, die arbeiten wollen und gesund sind, zwangsweise aus dem Arbeitsmarkt entfernen", fragt der Vorsitzende der Senioren -Union. Der Europäische Gerichtshof hat im vergangenen Jahr ein Urteil mit Signalwirkung gefällt: Drei Lufthansapiloten hatten gegen ihr tariflich verordnetes Ausscheiden aus dem Berufsleben mit 60 Jahren erfolgreich geklagt. Dem Argument der Piloten: " Wir sind fit, kompetent und möchten weiter fliegen", folgten die Richter. Angesichts der Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Bevölkerungsstrucktur in Deutschland ist generell nach der Notwendigkeit berufsbeendender gesetzlicher Altersgrenzen zu fragen. Die Argumente der fünfziger Jahre reichen zur Begründung strikter Altersgrenzen nicht mehr aus. Nach allgemeiner Lebenserfahrung nimmt die Leistungsfähigkeit im Alter nicht mehr so stark ab, so dass daraus Gefahren für die Allgemeinheit und den Einzelnen erwachsen. Die Altersforschung hat diese These schon längst widerlegt. Die Menschen werden heute wesentlich älter, bleiben länger gesund und leistungsfähig. Sie erwarten flexible, branchenspezifische Lösungen beim Renteneintrittsalter.
Die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen hat bereits reagiert und eine flexible Altersgrenze eingeführt. Verwaltungsbeamte können mit 67 Jahren in Pension gehen, müssen es aber nicht. Sie können auf eigenen Wunsch bis zum 70. Lebensjahr arbeiten, aber in diesen drei Jahren zu jeder Zeit aus dem Berufsleben ausscheiden. Das ist sicherlich ein guter Weg zur Flexibilisierung des Rentenalters.
Unsere Rentensysteme müssen langfristig den sich ändernden Bedingungen angepasst werden. Auch Unternehmen müssen umdenken. Dieser notwendige ,sicherlich auch schwierige Prozess wird mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Der Generationenvertrag alter Prägung trägt nicht mehr. Daraus ergeben sich insbesondere für die umlagefinanzierten Systeme Konsequenzen: Eine Entkoppelung der Lohnnebenkosten von den Sozialausgaben ist zwingend erforderlich, um den stetigen Anstieg der Lohnzusatzkosten und damit die weitere Verteuerung des Faktors Arbeit in Deutschland sowie die Verlagerung ins Ausland zu verhindern. Alternativ bzw. ergänzend zum umlagefinazierten System werden wir für die Einführung bez. Stärkung kapitalgedeckter Elemente eintreten, um die im Lebenslauf absehbaren Risiken des Versichten vorwegzunehmen und Beiträge wie Leistungsansprüche besser kalkulierbar zu halten, so Rehage. Ein verstärkt steuerfinanzierter Sozialstaat führt zu einer Lastenverteilung auf alle Einkommensarten in einem sozial gerechten Maße. Das ist Gerechtigkeit wie wir sie verstehen. In dieser Zeit muss es uns aber auch gelingen, die jüngere und ältere Generation gleichermaßen im Arbeitsmarkt zu integrieren, sie gleichberechtigt an unserer Gesellschaft teilhaben zu lassen und ihnen dadurch altersunabhängig eine Zukunftsperspektive zu geben. Damit würde ein wichtiger Beitrag für den Zusammenhalt der Generationen geleistet so Jürgen Paul und Hans-Georg Rehage.






