Besuch im Koepchenwerk

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In Ihrer Besuchsreihe "Fraktion vor Ort" besuchte die CDU-Ratsfraktion und interessierte Parteimitglieder das RWE Pumpspeicherkraftwerk Herdecke, auch unter dem Namen "Koepchenwerk" bekannt (benannt nach seinem Planer Arthur Koepchen). Durch einen Vortrag und durch eine fachmännischen Führung des Produktionsleiters Andreas Schulz (auf dem Foto rechts) erfuhren die Besucher viele interessante Details über das Unternehmen RWE Power, dem größten Stromerzeuger Deutschlands und speziell über das markante Pumpspeicherkraftwerk am Hengsteysee. Im Gegensatz zu Laufwasserkraftwerke, wo der natürliche Wasserkreislauf zur Stromerzeugung genutzt wird, wird in einem Speicherkraftwerk ein natürliches Gewässer aufgestaut und die gespeicherte Energie bei Bedarf abgegeben. So wird Wasser in Schwachlastzeiten - überwiegend in der Nacht und zu Tageszeiten mit niedrigem Strombedarf - aus dem Hengsteysee in das 165 m höher gelegene Oberbecken gepumpt. Die ist - einfach ausgedrückt - vergleichbar mit einem Waschbecken. Ein Zylinderschütz (vergleichbar mit dem Stöpsel) mit einem Außendurchmesser von 5,5 m dient als Verschlusseinrichtung und kann den Ablauf innerhalb von 60 Sekunden verriegeln. In Zeiten hohen Strombedarfs wird die Verriegelung geöffnet und das Wasser strömt durch einen sog. Druckstollen, der 396 m lang und einen Durchmesser von 4,5 m hat, wieder hinunter zum Hengsteysee, wo sich das Kraftwerk befindet. Zwischen dem Druckstollen und der Pumpturbine befindet sich ein Kugelschieber mit einem Durchmesser von 3,3 m, der zu seiner Bauzeit der weltweit größte war. Die Regulierung der Wassermenge, die durchfließen kann, und damit auch der Maschinenleistung im Turbinenbetrieb übernimmt der Leitapparat mit seinen 20 Leitschaufeln, der sich 32 m unter der Wasseroberfläche des Hengsteysees befindet. Die Maschine kann innerhalb von etwa 70 Sekunden angefahren und somit am Stromnetz angeschlossen werden. Bei gefülltem Oberbecken kann die Turbine etwa 4 Stunden lang ihre max. Leistung von 153.000 kW erbringen. Dabei strömen 110.000 Liter Wasser durch die Turbine. Die heutige Anlage, die seit 1989 im Betrieb ist, hat die aus dem Jahre 1930 stammende Anlage ersetzt und dient heute, sowie zur damaligen Zeit, der Bereitstellung von Strom zu Abdeckung von Spitzenbedarfen. Dies machte Herr Schulz sehr plastisch an dem Beispiel eines Fußballspieles deutlich, wo während des Spiels geringer Strombedarf, jedoch in der Halbzeitpause und nach Spielende Spitzenwerte erreicht wurden. Beeindruckt zeigte sich die Gruppe von der Größe der Anlagen und Maschinenteile. "Dies vermutet man in keiner Weise, wenn man auf dem Fahrradweg zwischen Pumpwerk und Hengsteysee vorbeifährt", waren sich alle Teilnehmer dieser Expedition einig.

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